Maximilian Weigert

Maximilian ist von einer Bergtour Im Oktober 2023 nicht zurückgekehrt. Er wird seitdem vermisst.

Maximilian Weigert studierte von 2011 bis 2017 Statistik an der LMU und schloss das Studium mit der Gesamtnote „sehr gut“ ab. Weiter erhielt er 2017 den Institutsbestpreis für sein Consulting Projekt „Prognose von Kinozuschauerzahlen anhand des Google Suchverhaltens“. Während seiner Zeit als Student war er an unserem Institut als studentischer Mitarbeiter zwischen 2015 und 2017 beschäftigt. Schon dort fiel er durch hervorragende didaktische Leistungen bei Tutor-Übungen auf. Im Herbst 2018 konnten wir ihn als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand beim statistischen Beratungslabor gewinnen. Dabei wurde er auch aus Projekten des „Munich Center of Machine Learning“ finanziert.

Durch seine engagierte Lehrtätigkeit in den letzten 5 Jahren ist er vielen Studierenden als engagierter und hochkompetenter Lehrer und Betreuer in Übungen, Seminaren und Tutorien in Erinnerung. Er war u.a. bei den wichtigen Basisvorlesungen zur statistischen Modellierung über Jahre eine wichtige Stütze für den Lehrbetrieb an unserem Institut. Weiter hat er interdiszplinäre Seminare u.a. mit der Geowissenschaft konzipiert und betreut.

In der statistischen Beratung – eine Aufgabe, die er immer gern und engagiert übernahm – hat er bei vielen Projekten wichtigen statistischen Input geliefert. Dies kommt auch in mindestens 3 wissenschaftlichen Publikationen zum Ausdruck.

Als die COVID-19 Pandemie ausbrach, wurde am Institut die COVID- 19 Data Analysis Group (CODAG) gegründet. Hier war Maximilian Weigert von Anfang an beteiligt und sehr engagiert. Um die Öffentlichkeit mit den relevanten Informationen zu versorgen, waren schnelle präzise Analysen erforderlich. Dies geschah nicht selten in zahlreichen freiwilligen Überstunden auch an den Wochenenden. Die Entwicklung von viel beachteten Methoden zum Thema Nowcasting von Daten zur Hospitalisierung von Corona-infizierten Personen sind sowohl von hoher praktischer Relevanz als auch von methodischem Wert. Hier war er für das statistische Beratungslabor federführend an dem sog. Nowcast – Hub der Uni Karlsruhe beteiligt.

Außerdem hat er an vielen CODAG-Berichten mitgewirkt und war an wichtigen Publikationen der CODAG-Gruppe beteiligt. Weiter hat er bei einer wichtigen Analyse zur Wirkung der COVID-19 Impfung federführend mitgewirkt. Die entsprechende Publikation erschien (er hatte die Erstautorenschaft) im deutschen Ärtzeblatt. Eine weitere Publikation, an der er beteiligt war, erschien am 17.11.2023 ebenfalls im deutschen Ärzteblatt („Langzeitveränderungen des Impfschutzes vor schweren COVID-19-Verläufen. Eine retrospektive Beobachtungsstudie bei älteren Menschen während der Omikron-Welle“).

Zusätzlich war er bei der Auswertung der Münchener Kohorte (KoCoImpf) beteiligt. Hier ging es insbesondere um Risikoanalysen und Immun-Reaktionen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen.

Neben den zahlreichen Analysen hat Maximilian Weigert in zwei größeren Forschungsprojekten mitgewirkt. Einerseits war es bei Analysen zum Klimawandel in Kooperation mit dem Institut für Geographie beteiligt. Hier ging es um Klassifizierung von Wetterlagen mit neueren Verfahren des Maschinellen Lernens. Die Beteiligung an zwei Publikationen belegt seine hervorragenden methodischen Arbeiten im Bereich des Grenzgebietes zwischen Statistik und Maschinellem Lernen. Andererseits war er in dem DFGH-geförderten Projekt TourIST – „Tourism In Space and Time“ beteiligt und trug entscheidend zu dessen Gelingen bei. In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Geographie (Prof. Schmude) wurden erfolgreich umfangreiche Daten der letzten 50 Jahre zum touristischen Verhalten in Deutschland analysiert.

Auch international war Maximilian Weigert gut vernetzt. Eine besonders interessante Kooperation gab es mit der Universität in Bilbao, wo Daten zum Verletzungsrisiko von Fussballer:innen analysiert wurden.

Die obige Aufstellung belegt die hervorragende und vielfältige Forschungstätigkeit von Maximilian Weigert. Der Abschluss seiner Dissertation war für das Ende dieses Jahres geplant. Für eine kumulative Dissertation (d.h. eine Arbeit die aus wissenschaftlichen Publikationen besteht) hatte er bereits deutlich mehr Publikationen als verlangt.

Die Kolleginnen und Kollegen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Institut für Statistik an der LMU vermissen Max als kompetenten und engagierten Forscher und Lehrer. Er war uns allen ein immer freundlicher und kooperativer, sympathischer Kollege. Wir sind sehr traurig darüber, dass er nicht mehr unser Institut bereichert.

Maximilian Weigert